Mein Nächster ist ein Mensch – wie ich.

Er ist geschaffen nach Gottes Ebenbild – wie ich.

Er ist losgekauft durch sein Blut – wie ich.

Er ist eins von seinen Gliedern – wie ich.

Er ist ein Kind der Kirche – wie ich.

Er ist genährt durch dieselben Sakramente – wie ich.

Er ist bestimmt für denselben Himmel – wie ich.

 

Gott gebietet mir, ihn zu lieben – wie mich.

Jesus bittet mich darum und trägt es mir auf.

Er erachtet es als an sich geschehen, was ich jenem tue.

Er macht jenen zu seinem Stellvertreter.

Er überschreibt jenem, was ich ihm schulde. 

 

Ich kann sein Jünger nicht sein,

wenn ich ihn nicht liebe.

Wenn ich jenen verachte, wird Er mich verachten.

Wenn ich jenen hasse, wird Er mich hassen.

Wenn ich jenen betrübe, wird Er mich betrüben.

Wenn ich jenen entschuldige,

wird Er mich entschuldigen.

 

Wenn ich jenen unterstütze,

wird Er mich unterstützen.

Wenn ich jenem verzeihe, wird Er mir verziehen.

Über die Liebe wird er mich richten.

Ich will ihn lieben mit Herzlichkeit.

Ich will ihn lieben ohne Ausnahme.

Ich will ihn lieben mit Großmut.

 

Mit freundlicher Genehmigung des echter Verlags entnommen dem Buch von Gundikar Hock (Hg.): Ergriffen vom Feuer. Gebete aus dem Geist der Exerzitien (Reihe Ignatianische Impulse, Bd. 16).